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Es gab Zeiten, da riefen per eMail täglich drei oder vier neue AWD-Aussteiger beim Verein um Hilfe.

Diese Mail erreichte uns in den letzten Wochen; sie steht hier als Beispiel für unzählige andere:

Guten Morgen Michael,

ich kann Dir gerne auf diesem Wege die 2 Stories erzählen und klar darfst Du die mit meiner Zustimmung u.v.a. der meines Vaters gerne auf Eurer Page veröffentlichen. Namen sollten dabei aber mehr was für Grabsteine sein, denn zumindest 1 Story beschäftigt aktuell die Kölner Gerichte und da wäre es sicherlich prozesshinderlich, wenn wir so etwas hier veröffentlichen…

Von Anfang an sei erwähnt, wie ich überhaupt zum AWD kam und warum überhaupt… (hatte ich wohl noch nicht getan) Ich habe in der Zeit 2004 –2006 eine Laufbahnausbildung zum Regierungsbeamten im Mittleren Dienst beim Bundesverwaltungsamt absolviert. Zum Start der Ausbildung und mit der Regierung Schröder im Rücken wurde uns versichert, das wir aufgrund bestehenden Personalbedarfes des Bundes ausgebildet würden und beste Chancen auf eine Übernahme ins Beamtenverhältnis ab 2006 hätten. Der „vorgezogene Regierungswechsel“ und der viel zu spät verabschiedete Bundeshaushalt 2006 machten uns als Lehrgang dann im Übrigen einen dicken Strich durch die Rechnung… na ja. Da ich das so habe kommen sehen, habe ich bereits in 2005 mit Bewerben angefangen, habe alle Optionen „Freie Wirtschaft“ und „Öffentlicher Dienst“ erprobt, suchte zudem einen Nebenjob i.R. 400 € - Basis.

Und den wollte mir der AWD, Regionaldirektion Köln auch bieten… „Leichte Bürotätigkeiten vorwiegend nachmittags und abends, gerne auch an Wochenenden“, hieß es da in der Stellenanzeige im Kölner Stadt-Anzeiger. Darauf bewarb ich mich und bekam kurz darauf einen Anruf, ich möchte mich doch mal dort vorstellen. Gut vorbereitet, frisch vom Dienst und normal bekleidet saß ich da einem maximal gleichaltrigen gegenüber, der mir was von Vermögen erzählte, die er verdient habe und wie toll…geil…hammerhart das alles wäre usw. Schon in dem Gespräch wurde aus mir kein Bürojobber, dafür ein Beraterassistent. Zugegeben, meine Rhetorik ist auch mangels Abi und Studium kaum schlagbar und immer sehr präsent, Schlagfertigkeit und gute Kommunikation sind meine Stärken und flößen nicht nur meiner neuen Freundin jedesmal aufs Neue Begeisterung und Respekt ein. Vielleicht lag es ja auch daran, denn Büromenschen wurden in der Tat dort nach mir noch eingestellt, auch Azubis lernte ich hier kennen. Nach der AWD-typischen Einweisung, ein paar sehr profanen und leicht machbaren Tests dazu, war ich dann auch dank Behördenmarathon „selbstständiger Handelsvertreter“….

Meine ersten Mandanten waren dann –wie bei jedem anderen AWD-Anfänger wohl auch – Familie, Freunde, Nachbarn, Kollegen und das m.E. auch mit erkennbarem bis gutem Erfolg. Meine Eltern standen zu dem Zeitpunkt kurz vor Pensionierung und Rente und der Wunsch meines Vaters war es in der Tat, seine auf x Sparbücher verteilten kleinen Ersparnisse endlich mal sinnvoll anzulegen. Waren jeweils kleine Summen, die aber frei nach Motto „Viel Kleinvieh…“ dann schon ganz gut was zusammen kommen lassen.

Die exakt erste Datenerhebung habe ich dann zu Hause bei meinen Eltern nicht gemacht sondern durch den Teammanager XXXX (Name gestrichen) machen lassen, ich habe dabei assistiert und zugesehen, dem Lerneffekt zuliebe. Mein Vater, Beamter durch und durch und seit Jahrzehnten, machte es dann dem TM auch entsprechend leicht, in dem er nicht nur alle Policen haargenau sortiert in Ordnern vor ihm aufbaute, sondern auch zusätzlich noch per Excel eine Aufstellung fertigte, aus der man eigentlich einfach nur alle Daten übernehmen musste.

Nun gehe ich einfach mal davon aus, das ein Mann, der nicht nur „AWD-Teammanager des Jahres“ mehrfach war sondern auch schon Jahre zuvor in einer Bank gearbeitet hat, den Unterschied zwischen SOLL und HABEN (er)kennen sollte. Die Abzahlung einer Hypothek auf das Ferienhaus meiner Eltern bei BHW sah er trotz dem Minus davor und erkennbarer Abzahl-Raten tatsächlich doch als Guthaben auf einem Bausparvertrag an. Und genau um diese Summe dreht sich nun alles. Er legte bei der Augsburger Aktienbank entgegen der Hinweise und Wünsche meines Vaters den doppelten Betrag an und sorgte somit für massive Probleme bei dieser Geldanlage meines Vaters. Die Augsburger Aktienbank war nur über die AWD-Hotline erreichbar und trotz zahlloser Anrufe meines Vaters, sackte diese „Anlage“ bald stündlich immer mehr ins Minus anstatt durch gute Zinsen (die dort in der Tat möglich sind) zu wachsen.

Gleichzeitig verdrückte sich aber auch der „Teammanger des Jahres“ dauerhaft. Obwohl wir bald täglich miteinander zu tun hatten, sah er es auch auf zahllose Bitten meinerseits irgendwie nicht ein, meinem Vater (und in dem Sinne ja auch seinem Mandanten) aus der Patsche zu helfen. Stellt sich an der Stelle die Frage, wer hier den Fehler verursacht hat und wer ihn hätte glatt bügeln können, müssen, sollen… Alternativ wurde ich aber (erkennbares Zeichen) nach kurzer Zeit dann zu einem anderen Teamleiter versetzt, durfte mich dann mit einem Berufssohn (Vater leitet Außenstelle im Sauerland) abgeben, der zwar spruchtechnisch ganz toll dabei war, aber ohne väterliche Hilfe und Klüngel kaum auf 200 Mandanten kam und das nach Jahren, dazu nur von seinen 3-4 Berater(-assistenten) lebte. Aber auch der Kollege schaffte es nicht, den Teammanger zum Handeln zu bewegen und so habe ich mich auch rein aus Gewissensgründen (und dazu mit dickem Minus in der Tasche) dazu entschlossen, dem „größten unabhängigen Finanzdienstleister“ meine Kündigung unter die Nase zu halten.

Seit Anfang diesen Jahres wird der genommene Schaden (nur durch unterbliebenes Handeln und falsche Geldanlage des TM entstanden) durch ein Kölner Gericht behandelt und die Chancen stehen dabei sehr gut, das der „Mitarbeiter des Jahres“ sehr bald eine wirklich wertvolle Auszeichnung erhält.

Nachdem ich also meine Kündigung dem Teamleiter unter die Nase hielt und die Direktion wortlos verlies, wollte man mir zunächst i.S.v. Kündigungsfrist noch ein paar Monate AWD „verordnen“. Ich aber weigerte mich und verzichtete gerne auf die tollen Vermögen, die man dort erzielen konnte (oder doch nicht) und kümmerte mich lieber in den 3 letzten AWD-Monaten um meine eigentliche „Berufung“, der Laufbahnausbildung zum Regierungsbeamten und das unmittelbar vor der Prüfung.

In der Zeit sollte ich –mal von dem AWD-typischen Schriftverkehr aus Hannover – Ruhe haben und auch bis Anfang diesen Jahres ließ man mich doch erstaunlich in Ruhe und Frieden. Am 22.01.2007 schrecke ich morgens um etwa 4 Uhr aus dem Bett, da mein Handy klingelte. Völlig übermüdet und verschlafen schaffte ich es nicht mehr rechtzeitig, den Ruf anzunehmen, zum Glück war aber die Mailbox dran. Sturzbesoffen und nur noch lallend meldete sich auf der Mailbox dann mein Ex-Teamleiter:“ XXXXXXXXX hier, hallo Herr YYY… Das mit der Augsburger Bank finde ich nicht gut sofort zurück rufen…“ Wie gesagt und das in einem Tonfall, der auf mindestens 20 Bier und zahllose Schnäpse schließen lies. Im Hintergrund war Gelächter zu hören, was mir nicht wirklich unbekannt vorkam und was Hohn und Spott dieser Aktion noch verstärkte.

Noch am gleichen Tag habe ich mich direkt per Fax und Brief an den AWD-Chef Wenker gewandt und mich über Aktion und Person in aller Form beschwert, gleichzeitig um Löschung meiner Kontaktdaten (Telefon, Handy, E-Mail) gebeten und auch darum, das man mich seitens AWD nicht weiter und schon gar nicht in der Form belästige. Mit Schreiben vom 05.02.2007 teilte mir dann der AWD in Form des Mitarbeiters P. R. mit, das man diese Sache mit großem Interesse gelesen habe und nun prüfen werde. Tage danach rief mich gleicher Mitarbeiter an und erklärte, man habe erreicht, das die o.g. Daten zumindest in der Direktion gelöscht wurden und ich fortan – wenn überhaupt – nur noch per Briefpost vom AWD erreichbar sei. Gleichzeitig habe Herr Wenker gebeten, mit der angedeuteten Klage noch etwas zu warten, man wolle zunächst intern prüfen, was hier passiert sei und den Teamleiter dazu befragen. Ich gab Herrn R. exakt einen Monat Zeit, um mir eine entsprechende Stellungnahme zukommen zu lassen, die v.a. eine erkennbare Entschuldigung beinhaltet. Mehr habe ich –wie überraschend –nicht mehr vom AWD gehört.

Die beiden folgenden eMails gehören zu diesem Bericht und wurden uns von dem AWD-Aussteiger zur Verfügung gestellt. Persönliche Daten haben wir zum Schutz der Betroffenen überschrieben.

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